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Wir machen „alles im grünen Bereich“: Werthmänner in der Gartenpflege ganzjährig im Einsatz

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Wir machen „alles im grünen Bereich“: Werthmänner in der Gartenpflege ganzjährig im Einsatz

Hier wird Arbeit möglich gemacht – zwölf Monate im Jahr. Getreu ihrem Motto „Arbeit möglich machen“ kennen die Teams der Gartenpflege aus den Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes Olpe keine jahreszeitlich bedingte Schaffenspause. Ganz im Gegenteil: Während im Frühjahr und den Sommermonaten die Pflege und der Feinschliff der Grünanlagen von gewerblichen Kunden der Region im Vordergrund stehen, liegen im Herbst und Winter deren Rückschnitte sowie die Herstellung und der Vertrieb von Brennholz im Fokus der dort beschäftigten Menschen mit Behinderung. Ganzjährig draußen arbeiten – für die Gartenpflege-Teams in Attendorn und Olpe kein Problem.

„Ich freue mich, jeden Tag draußen an der frischen Luft zu sein, viel rumzukommen und ganz verschiedene Tätigkeiten ausüben zu können“, so Frank Lissel, Mann der ersten Stunde im Bereich der Gartenpflege in den Werkstätten, über sein berufliches Zuhause am Standort Attendorn. Dort, im Industriegebiet Ennest leisten derzeit neun Beschäftigte sowie zwei Praktikanten aus dem b-punkt mit zwei Gruppenleitern täglich „Freiluft-Dienst“ für Mensch und Natur.

„Was gibt es denn Schöneres, als anzupacken und direkt zu sehen, was man schafft“, so Frank Lissel. Aus dem Metallbereich kommend stand für den Mann aus Olpe nach der Gründung der Gartenpflege im Jahr 2009 schnell fest: „Hier bleibe ich!“ Neuzugänge, die im Erstschritt die berufliche Bildung der Werthmann-Werkstätten im b-punkt durchlaufen haben und sich dann für den Bereich Gartenpflege interessieren und eignen, „werden von unseren Gruppenleitern und mitunter auch von mir fachgerecht eingearbeitet und mit den Maschinen und Geräten vertraut gemacht“, so Lissel nicht ohne Stolz.

Verlässliche Arbeit und Kontinuität

„Unser Handwerk erfreut sich dank toller und verlässlicher Arbeit in einem konstanten Team großer Nachfrage – bei unseren Beschäftigten und Kunden“, erzählt einer der beiden Gruppenleiter Sven Budde. Denn: Ob typische Grünpflegearbeiten, Neuanlagen, Schnitte und Fällarbeiten oder die Herstellung und der Vertrieb von Brennholz, ein Kerngeschäft gibt es nicht. „Wir sind breit aufgestellt und rücken das komplette Jahr an. Mannstark und mit professionellen Geräten und Maschinen“, bringt es Budde auf den Punkt. Limitierender Faktor sei lediglich die Kapazität der „Dienstwagen“. „Wenn unsere Sprinter mit unseren Mitarbeitenden, Beschäftigten und Werkzeugen voll sind, sind sie voll.“ Seit der Entstehung der Gartenpflege hat sich der Bereich stetig weiterentwickelt - in Richtung florierendes Kleinunternehmen für Menschen mit Handicap und einem breit gefächerten Kundenstamm aus Städten und Gemeinden, Gewerbe und Industrie. „Unsere inklusiven Teams in Olpe und Attendorn sind eigentlich immer und überall unterwegs“, weiß Melanie Schiffer, Abteilungsleiterin der Werthmann-Werkstatt in Attendorn.

 „Werthmänner“ wertgeschätzt: Vielfältige und gute Auftragslage  

Dass beim Team in Attendorn und auch am Standort Olpe unter Gruppenleiter Björn Stauer kontinuierlich die vielfältigsten Aufgaben anfallen, ergibt sich schon aufgrund der äußeren, jahreszeitlichen Rahmenbedingungen. In der angemieteten Lagerhalle im Attendorner Industriegebiet Ennest verarbeitet das Team um Sven Budde gerade eigene „Fällprodukte“ sowie zugekauftes Holz mit professionellen Spaltern zu zig Raummetern Brennholz. So werde auch mancher Pizzaofen mit dem Holz der „Werthmänner“ auf Temperatur gebracht. Auf diese kommt gerade auch das Team um Dirk Kämpfer trotz winterlicher Kälte beim Einsatz im Naturschutzgebiet Steinbruch Biggen. Neben der Pflege von Firmenanlagen im gesamten Kreisgebiet sowie mancher Friedhöfe gehört auch ein aufwendiger Rückschnitt und ein „Nach-dem-Rechten-Schauen“ in dem großen Areal zum Portfolio der Beschäftigten. Kniehoch wuchern hier Gräser und Sträucher auf durchnässtem Untergrund. „Doch einfach Freiflächen schneiden oder mit der Sense durchgehen ist hier nicht“, weiß der Gruppenleiter, der die ganz besondere Gegend um Steinbruch und Quellwald schon aus Kindertagen kennt. „Auf dem kalkhaltigen Boden wachsen eine ganze Reihe seltener Pflanzen und auch den Lebensraum von seltenen Tierarten gilt es hier zu berücksichtigen“. Eine wertvolle und wertschätzende Handwerkskunst, die die Werthmänner regelmäßig ausüben.

Bildzeile:

Die „Brennholzproduktion“ läuft auf Hochtouren. An der Spaltmaschine herrscht immer Betrieb.

Infobox:

  • Die Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes Olpe für Menschen mit Behinderung sind ein moderner und kompetenter Partner für Industrie und Handel.
  • In einem breiten Spektrum an Angeboten wird professionelle Arbeit geleistet und Menschen mit Behinderungen eine Begleitung an Arbeitsplätzen im ersten Arbeitsmarkt geboten.
  • Der Bereich der Gartenpflege in Attendorn formierte sich im Jahr 2009 zu einer Arbeitsgruppe für Menschen mit Handicap, das seither Teilhabemöglichkeiten und ein sicheres und geschütztes Beschäftigungsverhältnis bietet.
  • Am Standort Attendorn sind derzeit neben zwei Gruppenleitern neun Beschäftigte sowie zwei Praktikanten tätig.
  • In Olpe werden sieben Beschäftigte von einem Gruppenleiter begleitet. Die Gartenpflege gibt es dort schon seit Mitte der 1990er-Jahre.

Olpe, 09.02.2023

Janine Clemens, PR & Fundraising