Win-Win-Situation

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Die Werthmann-Werkstätten des Caritasverbands Olpe fördern Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben. Speziell ausgebildete Fachkräfte begleiten etwa 650 Menschen mit geistigen, körperlichen, psychischen oder mehrfachen Behinderungen und Erkrankungen an verschiedenen Standorten im Kreis Olpe.

Sie sind zum Beispiel in der Aktenvernichtung, digitalen Archivierung, Montage oder Metallbearbeitung tätig und auch im Bereich Verpackung.

In diesem Bereich ist die Abteilung Olpe gerade besonders stolz auf ihren Neuzugang, mit dem zukünftig Beschäftigte arbeiten werden: eine weitere für Kleinteile.

An dieser können für Firmenkunden Kleinteile eingetütet, eingeschweißt und gelabelt werden und sind dann fix und fertig für den Handel. „Wir sind stolz auf diese moderne Technologie, die von Menschen mit Behinderung bedient wird und dessen Arbeitsergebnis den hohen Anforderungen unserer Kunden erfüllt,“ erzählt Abteilungsleiter Achim Scheckel über die Neuanschaffung.

„Wir haben bereits beste Erfahrungen mit den Maschinen in den Abteilungen gemacht,“ so Scheckel. Mit eben solcher Begeisterung testet der Beschäftigte Rainer Jürgens aus Olpe schließlich den „Eintüt-Vorgang“. Hier ein Knopfdruck, die Folie dreht sich, wird mit einem Luftstoß zu einer Tüte auseinander geblasen, Jürgens legt Muttern und Schrauben hinein, betätigt die Vorrichtung zum Verschweißen und der fertige Beutel wird in einen Behälter abgelegt. „Ganz einfach!“ Stellt er fest und reckt die Daumen nach oben.

Dass die Werthmann Werkstätten in den Abteilungen in Attendorn, Lennestadt, Olpe und Welschen Ennest ihre technische Möglichkeit erweitern, ist nicht ganz ohne Hintergedanken. „Ab 2022 plant der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, die Ausgleichsabgabe für die Firmen zu verdoppeln. Wir haben jetzt die Möglichkeit, Verpackungsarbeiten schnell und effektiv auszuführen und den Menschen mit Behinderungen Teilhabe an einem modernen Arbeitsplatz anzubieten.“ klärt Scheckel auf.

Es ist nämlich so, dass Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigen gemäß SGB IX mindestens 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzen müssen. Erfüllen sie diese Quote nicht, wird die sogenannte Ausgleichsabgabe fällig. Mit Beginn des neuen Jahres wurde diese leicht angehoben und beträgt jetzt zwischen 140 und 360 € pro Monat und wird fällig, wenn nicht ausreichend Schwerbehinderte im Unternehmen beschäftigt sind. Ab dem nächsten Jahr würde sie damit bei bis zu 720 Euro monatlich liegen.

„Dies ist eine Win-Win-Situation: Die Beschäftigten erhalten zum einen mit einer sinnvollen Tätigkeit Teilhabe am Arbeitsleben. Zum anderen können die sozial verantwortlichen Unternehmer die Ausgleichsabgabe ganz oder teilweise sparen, denn 50 Prozent unseres Lohnanteils in den Werkstätten wird auf die staatlich geforderte Abgabe angerechnet.“ so Achim Scheckel.

Genauere Informationen über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Werthmann- Werkstätten gibt es unter www.werthmann-werkstaetten.de oder direkt über Achim Scheckel 02761 9653-2320.

(Bild: Rainer Jürgens testet die neue Verpackungsmaschine in Olpe. Sein Fazit: „Ganz einfach!")