WDR-Lokalzeit zu Gast im focus-Wohnhaus Herrnscheider Weg

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Drolshagen. „Und bitte!“ – Die leicht nervöse Anspannung fällt von Gabriele D. ab, da sie in ihrem Element ist. Sie töpfert gerade eine neue Skulptur, die demnächst im focus-Lädchen verkauft wird. Das erfüllt sie mit Stolz. „Kreativ sein“ hat sie vor Jahren für sich entdeckt. Auch Hausleitung Margarethe Kufel lächelt erleichtert. Der Blick über die Schulter der Bewohnerinnen und Bewohner des focus-Wohnhauses Herrnscheider Weg in Drolshagen hinein in deren Alltag ist geglückt. Offen und ehrlich geben hier Menschen mit jahrelanger Suchterkrankung Einblicke in ihr geschütztes Zuhause.

Es ist kein sensationsheischender Blick durchs Schlüsselloch, in eine Welt, die vielen von uns so fremd erscheint. Nein, es ist ein offener und ehrlicher Einblick in eine Lebenswelt, die so existiert. Hier bei uns. Mitten unter uns. Das focus-Haus, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert kann als erstes soziotherapeutisches Wohnhaus für chronisch suchtkranke Menschen in Südwestfalenauf eine lange Geschichte und viele Entwicklungen zurückblicken. Zahlreiche Veränderungen gingen mit einem Umzug von Wenden nach Drolshagen und einer Ausweitung der Angebote einher. Eines jedoch stand all die Jahre im Fokus, betont Diplom-Pädagogin Margarethe Kufel: „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner werden stets in den Blick genommen, auf ihre Bedürfnisse kommt es an!“ Das „trockene“ Caritas-Wohnhaus ist keine kontrollierende Instanz, viel eher eine begleitende Einrichtung. Die Mitarbeitenden holen die suchtkranken Frauen und Männer dort ab, wo sie stehen. „Bei uns steht die Stabilisierung und Unterstützung ihres Alltags im Vordergrund“, betont auch Uli Brehm, Mitarbeiter der ersten Stunde.

Unterstützungsleistungen zum „Pudelwohlfühlen“ in geschütztem Raum

Heimelige Wohnungen in unterschiedlichen Größen, Beschäftigungsangebote wie eine Holz- oder Töpferwerkstatt und Angebote im Bereich der Garten- und Landschaftspflege zeichnen die Einrichtung aus. Umso mehr ein Grund, anlässlich des Silberjubiläums die Türen des Wohnhauses ein wenig zu öffnen. „Es ist eine gute Gelegenheit zu zeigen, wie Menschen mit Suchtproblemen hier mit professioneller Unterstützung in ihren Alltag zurückfinden“, so Margarethe Kufel – „begleitet von einem Team, dass aus den Fortschritten und der Zufriedenheit der Menschen ganz viel Motivation für sein tägliches Engagement zieht“, ergänzt Gruppenleiter Uli Brehm im Hinblick auf seine jahrzehntelange „Herzensarbeit“ beim Caritasverband. Und auch WGler Gerold K., der regelmäßig mit Leidenschaft das Holzangebot in der Werkstatt wahrnimmt, bekräftigt gegenüber dem dreiköpfigen Fernsehteam: „Hier fühlen wir uns pudelwohl. Das ist unser Zuhause“. Da lohnt sich doch ein Blick!

Interessierte können sich den Beitrag am kommenden Montag, 7. September um 19.30 Uhr in der Lokalzeit Südwestfalen anschauen.

Olpe, 04.09.2020
Janine Clemens, Unternehmenskommunikation & PR