„Lokaler Held“ zu Gast in der Tagespflege: Brauerei-Inhaber erzählt von Gemeinschaft, Wandel und Verantwortung

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Einen ganz besonderen Gast begrüßten kürzlich die Seniorinnen und Senioren der Caritas-Tagespflege Welschen Ennest: Bernhard Schadeberg, Inhaber und Geschäftsführer der Krombacher Brauerei, war im Rahmen der von Viola Kaufmann initiierten Reihe „Lokale Helden“ zu Besuch. Ziel der Reihe, die bereits 2025 ihren Auftakt hatte, ist es, engagierte Persönlichkeiten aus der Region vorzustellen, die Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig prägen.
In sehr offener und wertschätzender Atmosphäre nahm sich Bernhard Schadeberg viel Zeit für den Austausch mit den interessierten Seniorinnen und Senioren. Schnell entwickelte sich ein lebendiges Gespräch, bei dem Erinnerungen, aktuelle Herausforderungen der deutschen Brauwirtschaft und Zukunftsperspektiven ihren Platz fanden.

Begegnungsorte mit Herz: Gastronomie als soziales Fundament

Gleich zu Beginn erzählte er von seinem Herzens­Thema, der Gastronomie. Gerade die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, wie sehr gemeinschaftliche Treffpunkte als Orte der Begegnung fehlen, wenn Kneipen, Restaurants und Cafés schließen müssen. „Dabei sind es doch genau diese Orte, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Freundschaften pflegen und Gemeinschaft erleben“, betonte Bernhard Schadeberg.
Um solche zu erhalten, beteiligt sich seine Unternehmensgruppe heute an vielen Gaststätten und Gastronomiekonzepten. Dieses Engagement stieß bei den Zuhörerinnen und Zuhörern auf großen Zuspruch, erinnerten sie sich dabei an frühere Stammtische und persönliche Erlebnisse.
Auch der strukturelle Wandel im Getränkehandel kam zur Sprache. Während früher viele kleine, regionale Betriebe das Bild prägten, dominieren heute große Ketten und Discounter. Besonders zu bedauern sei das Verschwinden kleiner Brauereien: Innerhalb von zehn Jahren ist ihre Zahl innerhalb Deutschlands von rund 1.500 auf etwa 800 gesunken.
Mit einem Lächeln berichtete der geschäftsführende Inhaber der größten Premium-Brauerei Deutschlands, dass viele deutsche Brauereien bis heute familiengeführt und eng miteinander verbunden sind – „man kennt und schätzt sich und pflegt einen kollegialen Austausch“. Erfreulicherweise habe sich der Krombacher-Standort über die Jahre positiv entwickelt und sei gewachsen – nicht zuletzt auch dank der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Kreuztal.

Wandel der Brauwirtschaft und persönliche Einblicke

Als der Brauerei-Chef von den Entwicklungen und Trends der letzten Jahre erzählte, hörten die Gäste aufmerksam zu: Alkoholfreies Bier werde immer beliebter. Jüngere Menschen greifen häufiger zu milderen Getränken, Kleingebinden und Dosen. Mit einer warmen Einladung, die Brauerei einmal persönlich zu besuchen, verabschiedete sich der Krombacher Unternehmer aus der Senioren-Runde – ein Besuch, der bei allen Beteiligten in schöner Erinnerung bleiben wird. Er zeigte eindrucksvoll, wie unternehmerischer Erfolg, regionale Verbundenheit und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können – ganz im Sinne der Reihe „Lokale Helden“.

INfo:
Zum Jahreswechsel haben sich der Caritasverbände Siegen-Wittgenstein zusammengeschlossen. Gemeinsam bilden sie seit Januar den Caritasverband in Südwestfalen mit mehr als 2.200 Mitarbeitenden im Hauptberuf und rund 640 Ehrenamtlichen. Ziel der Fusion ist es, Kräfte zu bündeln, Angebote zu sichern und die Menschen in der Region noch besser zu unterstützen. Einrichtungen und Dienste bleiben vor Ort bestehen – arbeiten aber künftig enger zusammen.
Die Caritas-Tagespflege in Welschen Ennest liegt genau an der Grenze der beiden bisherigen Gebiete – ebenso wie die Krombacher Brauerei selbst. Auch Senioren aus dem Littfetal können die Caritas-Tagespflege in Welschen Ennest besuchen.