Klischee adé: Hauswirtschaft hat Zukunft


Es ist kurz vor sieben Uhr im Seniorenhaus St. Liborius – mitten im Herzen der Hansestadt. Während die ersten Bewohnerinnen und Bewohner langsam ihren Morgen beginnen, startet auch Lara Günther aus Langenei in ihren Arbeitstag. Mit einem Lächeln und einem netten Wort für so manchen Frühaufsteher geht die 19-Jährige durch die Gänge, wirft einen Blick auf die Küchenplanung, inspiziert den Wäscheraum und beschäftigt sich mit ihrem Tagesablauf. Es sind diese Momente, die ihr verdeutlichen, dass sie mit ihren anstehenden Aufgaben den Tag vieler Menschen ein Stück mitgestaltet und verbessert.
Anlässlich der Aktionswoche zur Hauswirtschaft möchte die junge Auszubildende im ersten Lehrjahr des Caritasverbandes in Südwestfalen den Beruf aus der verstaubten Ecke holen und zeigen, wie unverzichtbar und vielseitig die Hauswirtschaft heute ist.
Wohlfühlklima gestalten – in einem Beruf, der zählt
Schon als Kind half Lara gerne im Haushalt. Später brachte ihr Minijob die entscheidende Erkenntnis: „Ich möchte einen Beruf ausüben, bei dem ich wirklich für Menschen da sein kann. Heute erlebe ich jeden Tag, wie verantwortungsvoll, abwechslungsreich und wertvoll meine Tätigkeit ist“, erzählt sie. „Viele Leute denken, in meinem Job geht es nur um Waschen, Kochen und Putzen. Ja, auch – aber es geht noch um so viel mehr“, betont die junge Auszubildende. „Wir sorgen dafür, dass die Menschen sich wohlfühlen, gesund bleiben und ein sicheres Zuhause haben.“ Gemeinsam mit dem Hauswirtschaftsteam sorgt sie täglich für die Zubereitung von bis zu 300 ausgewogenen Mahlzeiten, die fachgerechte Lagerung der Lebensmittel und die strikte Einhaltung von Hygienestandards. Auch die Wäschepflege und die Reinigung der Zimmer der Bewohnerinnen und Bewohner gehören zu ihren Aufgaben.
Elementarer Pfeiler der sozialen Versorgung
Doch ist die Hauswirtschaft viel mehr als Alltagsroutine. „Sie ist ein elementarer Pfeiler der sozialen Versorgung und bietet mir die Möglichkeit, aktiv zur Lebensqualität von Menschen beizutragen“, so Lara Günther dankbar. „Und das motiviert mich jeden Tag.“
Dass dem Berufsbild aber noch immer ein eher altmodisches Image anheftet, weiß Tatjana Hülsmann, hauswirtschaftliche Leitung im Caritas-Zentrum Attendorn, aus eigener Erfahrung – bis hin zum Klischee der „Hausfrau mit Diplom“. Doch sie betont: „Hauswirtschaft ist kein Nebenbei-Beruf. Die duale Ausbildung bei uns im Caritasverband verbindet Theorie und Praxis, moderne Küchentechnologien und Materialkunde gehen einher mit digitalen Tools zur Arbeitsplanung.“ Es gehe um Teamfähigkeit, Organisation, Hygienemanagement, Ernährungslehre, nachhaltiges Wirtschaften – und vor allem um ein Gespür und die Fürsorge für Menschen. „Man muss ein guter Kümmerer sein. Lara bringt genau diese Eigenschaft mit.“, freut sich Tatjana Hülsmann über den Nachwuchs in der Hauswirtschaft.
„Hauswirtschaft für (d)eine bessere Zukunft“
Der Beruf, der dank einer qualifizierten, interdisziplinären Ausbildung mit vielfältigen Einsatz- und Weiterbildungsmöglichkeiten Kreativität und soziale Kompetenz vermittelt, bewegt sich heute mehr denn je am Puls der Zeit. Moderne Programme integrieren Kenntnisse aus Psychologie, Soziologie und Wirtschaft, um den immer komplexer werdenden Anforderungen gerecht zu werden.
Damit eröffnet die Hauswirtschaft jungen Menschen ein breites berufliches Spektrum – ob in der Ernährungsberatung, in leitenden Funktionen im Facility-Management oder in Bereichen der sozialen Betreuung und Versorgung. Auch Tätigkeiten in ambulanten Diensten, Pflegeeinrichtungen oder sozialen Einrichtungen bieten vielfältige Einsatzfelder.
Für Lara Günther liegt der Mehrwert ihrer Berufswahl klar auf der Hand: „Ich sehe jeden Tag, dass meine Arbeit gebraucht wird und ich Strukturen schaffen und zu einem Umfeld beitragen kann, in dem sich andere wohl und gut versorgt fühlen.“ Die Hauswirtschaft verbindet damit fachliche Kompetenz mit sozialer Verantwortung – und bietet zugleich sichere Perspektiven für die Zukunft.
Wer mehr über die Ausbildung und Karrieremöglichkeiten in den hauswirtschaftlichen Teams des Caritas erfahren möchte, kann sich gerne bei Tatjana Hülsmann unter 02722 954174-121 oder t.huelsmann@caritas-suedwestfalen.de informieren.
Attendorn, 19.03.2026
Janine Clemens, Öffentlichkeitsarbeit & PR