Demenz besser verstehen: Großer Gesprächsbedarf beim Informationsabend im Haus Mutter Anna

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Wie können wir Menschen mit Demenz besser verstehen und ihnen im Alltag mit mehr Sicherheit begegnen?
Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Informationsabends im Haus Mutter Anna in Attendorn. Mehr als 30 Interessierte folgten im Rahmen der Welt-Alzheimer-Woche der Einladung in die Nicolaistube.
Demenz betrifft nicht nur die erkrankten Menschen selbst. Auch Angehörige und das persönliche Umfeld stehen häufig vor Fragen, Sorgen und herausfordernden Situationen. Ziel des Abends war es deshalb, Ängste und Berührungsängste abzubauen, Verständnis zu schaffen und den
Teilnehmenden neben fachlichen Informationen auch konkrete Hilfestellungen für den Alltag mitzugeben.
Schnell wurde deutlich, wie groß der Gesprächsbedarf ist. Die Teilnehmenden berichteten offen von persönlichen Erfahrungen, stellten zahlreiche Fragen und schilderten Situationen, die sie im täglichen Umgang mit Menschen mit Demenz beschäftigen. So entwickelte sich ein intensiver und
persönlicher Austausch, bei dem neben fachlichen Informationen auch die Erfahrungen und Sorgen
der Angehörigen viel Raum erhielten.

Den Menschen hinter der Demenz sehen
Melanie Bödefeld, Pflegedienstleitung des Hauses Mutter Anna, eröffnete und begleitete die Veranstaltung. Stefanie Kremer, stellvertretende Pflegedienstleitung und Demenzexpertin, brachte ihre fachlichen Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit Menschen mit Demenz ein. Edith Reckling, Koordinatorin des Sozialen Dienstes, zeigte Möglichkeiten der Unterstützung und Begleitung auf.
Anna Schwarz, Sozialarbeiterin und DCM-Expertin, ergänzte den Abend um die Perspektive der personenzentrierten Begleitung. Dabei stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die individuellen Bedürfnisse, Gefühle und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz
wahrgenommen und berücksichtigt werden können.
Ein zentraler Gedanke zog sich durch den gesamten Abend: Menschen mit Demenz sollten nicht allein über ihre Erkrankung wahrgenommen werden. Entscheidend ist, den Menschen mit seiner Persönlichkeit, seiner Lebensgeschichte, seinen Bedürfnissen und Gefühlen hinter der Demenz zu sehen.

Wunsch nach regelmäßigem Austausch
Die große Resonanz und die vielen persönlichen Gespräche machten deutlich, dass der Informations- und Austauschbedarf rund um das Thema Demenz weiterhin hoch ist. Mehrfach äußerten Teilnehmende den Wunsch nach einer Gesprächs- und Austauschgruppe für Angehörige
und Interessierte. Eine solche Gruppe könnte künftig Raum bieten, um persönliche Erfahrungen, Fragen und Sorgen miteinander zu teilen, sich gegenseitig zu unterstützen und fachliche Impulse für den Umgang mit Demenz zu erhalten. Das Haus Mutter Anna möchte nun prüfen, wie ein entsprechendes Angebot gestaltet werden kann.
Der Informationsabend zeigte, wie wertvoll Wissen, persönliche Begegnungen und ein offener Austausch sein können, um Unsicherheiten abzubauen. Ein Abend mit vielen Fragen und persönlichen Geschichten – und mit dem gemeinsamen Ziel, Menschen mit Demenz mit mehr Verständnis, Sicherheit und Menschlichkeit zu begleiten.

Attendorn, 02.10.2026
Ivonne Neu, Verwaltung