Deine Heimat gestalten!

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Kreisgebiet. Wohnungsnot? Kein bezahlbarer Wohnraum? Hier bei uns? „Kann doch nicht sein!“, lautet oftmals die Antwort derer, die sich täglich in den heimeligen vier Wänden aufgehoben fühlen. Und doch:Auch im Kreis Olpe ist Wohnungsnot zur sozialen Wirklichkeit geworden, die gesellschaftliches Konfliktpotenzial birgt. Umso wichtiger, seine Stimme zu nutzen, um unsere Heimat positiv zu gestalten. Unter dem Motto „Deine Heimat gestalten“ macht sich der Caritasverband Olpe für eine rege Wahlbeteiligung bei der anstehenden Kommunalwahl stark, um verschiedene relevante Themen ins Bewusstsein zu rücken und die Verantwortlichen vor Ort zum Handeln aufzufordern.

Bezahlbarer Wohnraum wird knapper, die Zahl der Wohnungssuchenden und der Verlust sozial gebundener Wohnungen nimmt zu, wodurch immer mehr Menschen auf dem Wohnungsmarkt chancenlos „außen vor" bleiben. So wie Günther S. aus Attendorn. Das Schicksal schlug in den letzten Jahren gleich mehrfach zu: Scheidung, Jobverlust und eine Erkrankung ließen den 52-jährigen fast verzweifeln. Dazu stand ein Umzug an. Doch ein neues Zuhause, ein bezahlbares Heim, war nicht leicht zu finden. Nach seinen Grundbedürfnissen gefragt, benennt der inzwischen wieder im Arbeitsleben angekommene Mann unter anderem: eine bezahlbare, warme Wohnung. So gehe es vielen Menschen. „Auch hier bei uns“, bestätigen die Mitarbeitenden der Beratungsstellen bei Caritas-AufWind kreisweit. „Das Problem hat die Mitte der Gesellschaft erreicht“, so die Verantwortlichen. Günther S. hat hier Unterstützung erfahren – so, wie viele andere Menschen auch. Dennoch: Wohnen ist auch im ländlichen Raum ein Ausgrenzungsfaktor und gefährdet den sozialen Frieden.

Wohnraum-Problem hat Mitte der Gesellschaft erreicht – vor Ort handeln!

Es braucht mehr bezahlbaren Wohnraum für alle: alten- und rollstuhlgerechtes Wohnen für Familien, Einkommensschwache und Singles sowie für besonders benachteiligte Gruppen, wie Wohnungslose, Geflüchtete und z.B. auch Haftentlassene. Der Ball liegt in den Kommunen, was die Erschließung von Bauland betrifft, die Beschleunigung von Baugenehmigungsverfahren, die gezielte Förderung für definierte Zielgruppe, die Realisierung neuer Wohnmodelle mit kommunaler Beteiligung und die Flexibilität zum Ausgleich der Diskrepanz zwischen Kosten der Unterkunft und Mietpreisstufen.

Die Themen „Wohnen" und „Schaffen von bezahlbarem Wohnraum“ müssen angegangen werden. „Veränderungen in der Wohnungspolitik sind möglich und dringend notwendig“, so der Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Olpe, Christoph Becker. Die Beratungsstellen der Caritas erfahren zunehmend davon, dass Menschen der Zugang zu bedarfsgerechtem Wohnraum erschwert oder verwehrt wird. Durch vielfältige Angebote wie z.B. Betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderungen, ambulante und stationäre Pflege, befasst sich der Caritasverband intensiv mit dem Thema Wohnen. Sowohl Unterstützungs- als auch Wohnangebote, die es älteren und kranken Menschen ermöglichen, ihren Alltag zu bewältigen oder ihren Lebensmittelpunkt bedarfsgerecht zu verlagern, bietet der Caritasverband Olpe an.

 

Für ein gelingendes Miteinander, gesellschaftlichen Zusammenhalt und sozialen Frieden

„Innovative Lösungen der Wohnraumversorgung müssen einhergehen mit entsprechenden sozialen Dienstleistungsangeboten und dem Ausbau des sozialen Wohnungsbaus“, weiß Christoph Becker. Um solidarisches Handeln zu stärken, brauche es gute Rahmenbedingungen.  „Wir wollen als Caritasverband die Bedeutung der Wahlen herausstellen“, betont er. 
Schließlich werden auf kommunaler Ebene wichtige Fragen zu unterschiedlichen Lebensbereichen entschieden, die das Leben in den Gemeinden unserer Region maßgeblich mitgestalten. Umso wichtiger, dass die Ausübung des Wahlrechts wahrgenommen wird. „Caritas ist immer auch politisch, ergreift Partei – für Menschen, die am Rande der gesellschaftlichen, politischen und medialen Aufmerksamkeit und Anerkennung stehen“.

Olpe, 28.08.2020
Janine Clemens, Unternehmenskommunikation & PR