Camino-Tag am 11. Juni: Wenn die Tage kostbar werden


Wie kann Lebensqualität bis zuletzt gelingen? Welche Rolle spielen Medizin, Begleitung, Spiritualität und menschliche Nähe am Lebensende? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Camino-Tag 2026, zu dem Camino herzlich einlädt.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 11. Juni 2026, in der Festhalle Finnentrop, Kirchstr. 50 statt. Beginn ist um 18:00 Uhr, das Ende ist gegen 20:15 Uhr vorgesehen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Spenden zugunsten der Hospizarbeit von Camino sind willkommen.
Erstmals wird der Camino-Tag bewusst als Abendveranstaltung durchgeführt. Ziel ist es, noch mehr Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen und gleichzeitig Raum für Begegnung, Austausch und einen gemeinsamen Ausklang in besonderer Atmosphäre zu schaffen.
Unter dem Titel „Wenn die Tage kostbar werden – Palliativmedizin ist mehr als Chemo und Schmerztabletten“ nimmt der Abend die Palliativversorgung in ihrer ganzen Tiefe in den Blick. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen in ihrer letzten Lebensphase ganzheitlich begleitet und unterstützt werden können – medizinisch, menschlich und spirituell.
Als Referent konnte Dr. Andreas Heer-Sonderhoff gewonnen werden. Der Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin wird praxisnah aufzeigen, wie moderne Palliativmedizin heute weit über die reine Schmerztherapie hinausgeht.
„Die moderne Palliativmedizin darf ihre Wurzeln in der Hospizbewegung nicht vergessen. Das etablierte Medizinsystem ist sehr hilfreich, aber engagierte Profis und Ehrenamtliche sind das Salz in der Suppe“, betont Dr. Heer-Sonderhoff.
Ergänzt wird der Abend durch Impulse von Pater Siegfried Modenbach vom Geistlichen Zentrum Kohlhagen. Er beleuchtet die spirituelle Dimension von Krankheit, Sterben und Begleitung. „Die Begründerin der Hospizbewegung Cicely Saunders sprach vom ‚Total Pain‘, vom umfassenden Schmerz. In lebensbedrohlicher Krankheit und am Lebensende steht nämlich nicht nur der physische Schmerz, sondern auch der psychische, der soziale und der spirituelle Schmerz“, erklärt Pater Modenbach. „Wer nur körperliche Schmerzen therapiert, behandelt nur ein Viertel des Leidens.“ Seelsorgliche und spirituelle Begleitung seien daher keine Ergänzung, sondern ein wichtiger Bestandteil ganzheitlicher Palliativversorgung. „Wenn körperliche Schmerzen durch moderne Medizin gelindert werden, wird Raum frei für das, was bleibt: Liebe, Sinn und die Hoffnung auf menschliche Geborgenheit.“
Es besteht die Möglichkeit, mit beiden Referenten ins Gespräch zu kommen sowie Fragen und Erfahrungen einzubringen.
Für die musikalische Gestaltung sorgen Claudia Peiser-Junge (Klavier) und Martin Junge (Flöte) aus Grevenbrück. Sie schaffen mit ihrer Musik einen stimmungsvollen Rahmen für den Abend.
Das Camino-Team freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie einen Abend voller Impulse und Begegnungen.