Camino-Tag 2022 Zukunftsvision: Den Todestag selbst bestimmen!

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Camino-Tag 2022

Zukunftsvision: Den Todestag selbst bestimmen!

Camino, der Caritas-Hospizdienst, lädt ein zum Camino-Tag am Samstag, den 11.06.2022 um 11.00 Uhr in die Schützenhalle in Finnentrop. Camino versorgt Menschen am Lebensende. Die wichtigsten Ziele der ehrenamtlichen und hauptberuflichen Camino-Mitarbeitenden ist es, Menschen in Krankheit und im Sterben beizustehen, Symptome zu lindern und Lebensqualität zu erhalten. Dazu gehört auch das Gespräch und die Auseinandersetzung existentieller Fragen.

Das Thema des Camino-Tages lautet in diesem Jahr: „Umgang mit Sterbewünschen“. Immer wieder machen Camino Mitarbeitende die Erfahrung, dass Fragen nach dem „Woher“ und „Wohin“ im Angesicht einer schweren Erkrankung eine besondere Bedeutung bekommen. Hinzu kommt jetzt ein weiterer Aspekt: Im Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 26. Februar 2020 wird der assistierte Suizid straffrei gestellt. Das heißt, Menschen wird in Aussicht gestellt, Hilfe zum Sterben in Anspruch nehmen zu können.

Manche begrüßen vielleicht die Aussicht, selbst den Tag und die Stunde zu bestimmen, an dem sie aus dem Leben scheiden werden. Der „geplante und unterstützte“ Tod erscheint als Ausweg, wenn aufgrund von schwerer Krankheit oder drohender Pflegebedürftigkeit ein unabhängiges Leben nicht mehr möglich sein könnte. Auch Schmerzen oder belastendende Symptome können den Wunsch zur Selbsttötung auslösen. Der Camino-Tag will die Möglichkeit zur Selbsttötung zur Diskussion stellen. Es ist nicht klar, welche Folgen durch die Gesetzesänderung zum assistierten Suizid für unser gesellschaftliches Zusammenleben zu erwarten sind oder welche Auswirkungen es für den Einzelnen mit sich bringt? „Wie gehen wir damit um, wenn Menschen den Wunsch zu assistiertem Suizid an Pflegende und Betreuende herantragen. Was tut eine Tochter, wenn der Vater aktive Sterbehilfe einfordert? Was, wenn ein Sohn nicht mehr Leben will?“ fragt Gertrud Dobbener, Camino Koordinatorin in Finnentrop.

Eine „Orientierungshilfe für den Deutschen Caritasverband zum Umgang mit dem assistierten Suizid“ wird durch Christoph Becker, Vorstand Caritasverbandes Olpe, vorgestellt. Diese Orientierungshilfe versteht sich als Teil einer breiten und immer wieder neu zu führenden gesellschaftlichen, verbandlichen und kirchlichen Debatte und will zum gemeinsamen Nachdenken einladen.

Zum Thema „Umgang mit Sterbewünschen“ referieren Martina Kern, Gesundheits- und Krankenpflegerin, und Leiterin der Ansprechstelle des Landes NRW, zur Palliativversorgung ALPHA und Dr. phil. Felix Grützner, Trainer für Palliative Care bei ALPHA, Tänzer und Choreograph. Die unterhaltsam gestaltete Veranstaltung zu diesem wichtigen und ernsten Thema wird moderiert von Gisbert Baltes, Journalist und TV-Autor und langjähriger Wegbegleiter von Camino.Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung bis 03.06.2022 per Mail: infoCZF@caritas-olpe.de oder Tel.: 02721 9762-0. Die Veranstaltung findet unter Beachtung der gültigen Corona-Schutzverordnung statt.

Nach zweijähriger Zwangspause, bedingt durch Corona, freuen sich die Mitarbeitenden von Camino, dem Caritas-Hospizdienst, auf viele interessierte Gäste. Es besteht auch nach Ende des Programms, um ca. 13.00 Uhr, die Möglichkeit, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Eingeladen sind alle am Thema Interessierten, Angehörige und Betroffene, Fachleute und Laien. Die Camino Mitarbeitenden freuen sich auf viele Gäste und interessante Beiträge.

Bild:

v.l.: Barbara Vogt, Pflegedienstleitung Haus Habbecker Heide; Gertrud Dobbener, Camino Koordinatorin; Nadine Schäfers, Pflegedienstleitung Caritas-Station; Esther Sagafe, Leitung Caritas-Tagespflege und Bea Hartmann Leitung Caritas-Zentrum Finnentrop.