#bessermachen – statt schlechtreden: Caritasverband in Südwestfalen bringt Praxiswissen in Debatte um Kürzungen ein

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Mit konkreten Einblicken aus dem Arbeitsalltag beteiligt sich der Caritasverband in Südwestfalen in den nächsten Wochen an der Socialmedia-Aktion #bessermachen der Caritas in NRW. Ziel ist es, die aktuellen Diskussionen über Einsparungen in weiten Teilen der sozialen Arbeit, wie beispielsweise der Eingliederungshilfe, der Pflege sowie der Kinder-, Jugend- und Gefährdetenhilfe aus der Perspektive der Praxis einzuordnen – und gleichzeitig aufzuzeigen, wie Unterstützung besser gestaltet werden kann.
„Viele der derzeit diskutierten Maßnahmen bleiben sehr abstrakt“, sagt Andreas Mönig, Leitung der Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes. „Wir erleben aber jeden Tag, welche Auswirkungen sie konkret haben. Deshalb ist es uns wichtig, unsere Erfahrungen sichtbar zu machen und konkrete Lösungen einzubringen.“
Im Rahmen der Aktion sollen in den nächsten Wochen Mitarbeitende, und Kunden, Klienten und Betroffene selbst zu Wort kommen. In kurzen Beiträgen schildern sie typische Situationen aus dem Alltag und formulieren, was aus ihrer Sicht verbessert werden muss.
Die Teilnehmenden möchten zeigen, wie eng Entscheidungen auf politischer Ebene mit der Lebensrealität vor Ort verbunden sind. „Uns ist wichtig, nicht bei der Kritik stehen zu bleiben“, so Andreas Mönig „Wir wollen zeigen, was konkret besser organisiert werden muss – und was aus unserer Erfahrung heraus funktioniert.“

Auch strukturelle Fragen werden sichtbar: Komplexe Verwaltungsverfahren binden zunehmend Personal, während gleichzeitig Zeit für direkte Unterstützung fehlt. Einrichtungen und Träger berichten von wachsendem Druck auf bestehende Angebote und davon, wie schwer es wird, verlässliche Strukturen für die Menschen vor Ort aufrechtzuerhalten.
Mit der Aktion möchte die Caritas in NRW dazu beitragen, die Debatte konstruktiv weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Unterstützung verlässlich, wirksam und zukunftsfähig gestaltet werden kann. Gleichzeitig rufen alle Mitwirkenden weitere Akteure dazu auf, sich zu beteiligen. „Je mehr Perspektiven zusammenkommen, desto deutlicher wird, wo Handlungsbedarf besteht“, betont auch Christoph Becker, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes in Südwestfalen. „Deshalb ist jede Stimme wichtig.“

Petition für verlässliche soziale Arbeit

Eine zentrale Rolle für alle Bereiche spielt das Thema Tariftreue. Es bildet die gemeinsame inhaltliche Klammer aller Arbeitsfelder und steht im Mittelpunkt der politischen Forderungen der Kampagne. Unterstützt wird dies durch eine gemeinsame Petition „Tariftreue besser machen!“ für die verlässliche Refinanzierung tariflicher und tarifförmig ausgestalteter Vergütungssysteme. Hintergrund sind die geplanten Änderungen im Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), die die vollständige Refinanzierung tariflicher Personalkosten in Pflege und sozialen Diensten infrage stellen könnten. Nach Einschätzung der Caritas würden dadurch gute Arbeitsbedingungen, die Gewinnung von Fachkräften und letztlich die Versorgung der Menschen gefährdet.

Die Petition kann ab sofort online unterzeichnet werden:
http://www.openpetition.org/xpnhb