Beratungsanhänger erleichtert Zugang zu Hilfen rund um den Job: Kostenfrei, vertraulich und nah dran

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Wenn der Lohn nicht stimmt, Überstunden nicht bezahlt werden oder Unsicherheit am Arbeitsplatz zur Belastung wird, wissen viele Betroffene nicht, an wen sie sich wenden können. Genau hier setzt die kreisweit tätige Beratungsstelle Arbeit – ein gemeinsames Angebot von IN VIA (Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit) und dem Katholischen Sozialdienst (KSD) Olpe – an.
Im neuen mobilen Beratungsanhänger, der bei strahlendem Sonnenschein auf dem Lennestädter Wochenmarkt zum Einsatz kam, konnten sich Interessierte unkompliziert, kostenlos und vertraulich über ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten rund um das Thema „Arbeit“ informieren. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, mit den Fachkräften ins Gespräch zu kommen und sich über berufliche Perspektiven und Hilfsangebote zu erkundigen.
Die Beratungsstelle Arbeit richtet sich insbesondere an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in schwierigen oder prekären Beschäftigungsverhältnissen sowie an Betroffene von Arbeitsausbeutung. Die unabhängige Beratung wird am Standort Olpe sowie in monatlichen Außensprechstunden in Lennestadt und Finnentrop angeboten.

Mobile Präsenz schafft neue Zugänge

„Die frühere Erwerbslosenberatung ist durch ein modernes Beratungsangebot rund um Beschäftigung, Arbeitsrechte und faire Arbeitsbedingungen abgelöst worden“, erklärt Anke Köster von IN VIA. Eine klassische Sozialberatung stehe dabei nicht mehr im Vordergrund. Stattdessen gehe es darum, Menschen in arbeitsbezogenen Fragestellungen zu unterstützen, über ihre Rechte aufzuklären, präventiv zu beraten und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
„Wir möchten Menschen informieren, stärken und ihnen konkrete Hilfen ermöglichen“, betont Anne Redeker, Diplom-Sozialarbeiterin beim KSD Olpe. „Deshalb ist es uns wichtig, sichtbar zu sein, Hemmschwellen abzubauen und niedrigschwellige Beratung anzubieten.“ Ausgestattet mit Sitzecke, WLAN und Drucker bietet der Beratungsanhänger einen geschützten Rahmen für erste Gespräche und praktische Unterstützung. „Viele Menschen scheuen den Weg in eine Beratungsstelle an unseren Standorten in Olpe, Lennestadt und Finnentrop“, weiß Anke Köster. „Mit unserem mobilen Beratungsanhänger kommen wir nun auch direkt zu den Menschen. So erreichen wir auch diejenigen, die sonst keine Unterstützung in Anspruch nehmen würden und erleichtern entsprechende Zugänge zu möglichen Angeboten.“
Die Beratung geht dabei weit über einzelne Fragestellungen hinaus. Die Fachkräfte prüfen Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen, unterstützen bei Anträgen, Bewerbungen und sozialrechtlichen Anliegen und vermitteln bei Bedarf an weiterführende Fachstellen oder arbeitsrechtliche Expertinnen und Experten. „Wir schauen gemeinsam auf die Gesamtsituation und helfen, die nächsten Schritte einzuleiten“, erklärt Anne Redeker.

Frühzeitig helfen, bevor Belastungen wachsen

Aus ihrer täglichen Arbeit weiß sie, wie schnell sich berufliche Schwierigkeiten auf andere Lebensbereiche auswirken können. „Oftmals bauen sich Probleme über einen längeren Zeitraum auf und lösen schließlich existenzielle Sorgen aus.“ Auch Anke Köster beobachtet, dass viele Menschen erst spät Unterstützung suchen: „Viele Menschen kommen erst zu uns, wenn die Belastung bereits sehr groß geworden ist. Dabei hilft es oft, frühzeitig Fragen zu klären und sich Unterstützung zu holen. Wir möchten den Menschen Mut machen, ihre Situation anzusprechen und ihre Rechte wahrzunehmen.“ Sie ergänzt: „Wir schauen gemeinsam auf die gesamte Situation und entwickeln individuelle Lösungswege. Die Menschen sollen wissen, dass sie nicht allein sind.“
Für Sandra Thiemt von der Regionalagentur Siegen-Wittgenstein/Olpe, die ebenfalls als Ansprechpartnerin auf dem Wochenmarkt vertreten war, ist das Angebot ein wichtiger Baustein für faire Arbeitsbedingungen in der Region: „Die Beratungsstelle Arbeit informiert Menschen über ihre Rechte und zeigt konkrete Perspektiven auf. Gerade in unserer ländlichen Region sind solche wohnortnahen Unterstützungsangebote von großer Bedeutung.“

Orientierung geben, Perspektiven schaffen

Dass die Leistung auch künftig fortgeführt werden kann, steht bereits fest: Die Förderung der Beratungsstelle Arbeit ist für weitere drei Jahre gesichert. Damit bleibt das Angebot den Menschen im Kreis Olpe langfristig erhalten. Wie wertvoll die Unterstützung sein kann, zeigt die Erfahrung von Andre F. aus Lennestadt, der das mobile Beratungsangebot genutzt hat: „Man denkt oft, man müsse solche Probleme alleine lösen. Das Gespräch hat mir gezeigt, welche Möglichkeiten ich habe und wo ich Unterstützung erhalte. Das gibt mir Sicherheit. Ich weiß jetzt, welche Schritte ich als Nächstes gehen kann. So ein Angebot sollte viel bekannter sein.“
Die Resonanz auf dem Wochenmarkt machte deutlich, wie groß der Bedarf an verständlichen Informationen, persönlichen Ansprechpartnern und niedrigschwelligen Hilfen im Arbeitskontext ist. Die Beratungsstelle Arbeit bietet Orientierung, konkrete Unterstützung und die Gewissheit, bei Problemen rund um den Job nicht allein zu sein – wohnortnah, unabhängig und kostenfrei.

Beratung vor Ort:

  • Die Beratungsstelle Arbeit ist an den Standorten in Olpe, Lennestadt und Finnentrop präsent. Terminabsprachen zu den jeweiligen Sprechzeiten werden erbeten.
  • Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich und unabhängig.
  • Gefördert wird das Angebot durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen sowie aus Landesmitteln.
  • NRW-weit gibt es derzeit 53 Beratungsstellen Arbeit.
  • Menschen mit Fragen zu Arbeit, Beschäftigung, sozialer Absicherung oder beruflicher Neuorientierung können sich jederzeit an die Beratungsstelle Arbeit wenden.

Weitere Informationen unter:
www.invia-caritas-suedwestfalen.de
www.ksd-olpe.de

Kreisgebiet, 02.06.2026
Janine Clemens, Unternehmenskommuniktion & PR