Leinen los für Europa

Die Podiumsgäste berichten von ihren Erfahrungen und ihren Anliegen für Europa. V.l.n.r. Franz Becker, Moderatorin Hettwich vom Himmelsberg, Jonas Ermes, Ansgar Kaufmann, Christiane Kasperkowiak, Pastor Markus Leber.

 

Caritas setzt mit alternativem G7 Gipfel ein Zeichen für Europa

120 Gäste waren der Einladung des Caritasverbandes Olpe gefolgt und erlebten einen kurzweiligen Abend auf dem Biggesee. Persönlichkeiten, die mit europäischen Themen verbunden sind, diskutierten unter der Moderation von Hettwich vom Himmelsberg, die sich zur Feier von mehr als 70 Jahren Frieden in Europa in ihr „Glamouroutfit“ geworfen hatte, über Frieden, Migration und den Klimaschutz. Neben der humorvollen Seite, kam auch die Ernsthaftigkeit der Diskussionen nicht zu kurz.

Begleitet wurde der Abend durch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Maria Königin. Sie stellten sieben Heilige dar, die mit ihrem Leben als Beispiele für gelebte europäische Werte wie Miteinander, Solidarität, Toleranz und die Bewahrung der Schöpfung dienen.

Als Zeitzeuge berichtete Franz Becker eindrucksvoll von seinen ganz persönlichen Eindrücken und Erlebnissen zur Zeit des Nationalsozialismus, des Krieges und der Zerstörung. So etwas darf nie wieder passieren, waren sich die Anwesenden einig. Da Europa uns bereits seit Jahrzehnten Frieden beschert hat, ist dies sicher einer der wichtigsten Gründe zur Wahl zu gehen und seine Stimme für Europa abzugeben.

Der Gründer und Geschäftsführer von „In safe hands“, Jonas Ermes, der sich vor Ort in einem griechischen Flüchtlingscamp engagiert hat, appellierte an die europäischen Werte und rief dazu auf, die Perspektive derjenigen zu betrachten, die in Not sind und Hilfe suchen und nicht, wie es heute häufig der Fall ist, zu überlegen „was bauchen wir, und davon abhängig zu machen, wer kommen darf und wer nicht.“

Christiane Kasperkowiak, in Kirche und Caritas-Konferenz ehrenamtlich engagiert, erlebt Europa jeden Tag als Betreuungskraft auf dem Schulhof. Hier sind Migration und Integration alltäglich. Integration müsse aber auch außerhalb des Schulhofs erfolgen, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

Ansgar Kaufmann, Lehrer am Gymnasium Maria Königin in Altenhundem, betonte die Zusammenarbeit Europas in Sachen Klimaschutz: Es hilft nicht, wenn nur wir in Deutschland etwas tun – ganz Europa müsse etwas tun.

Fragen ans das Publikum zeigten, dass nahezu jeder der Anwesenden schon von den Vorteilen Europas profitiert hat. Sei es bei Reisen ins Ausland – die älteren Gäste konnten sich noch gut an stundenlanges Warten an den Grenzkontrollen erinnern -, Auslandsaufenthalte während der Schulzeit oder des Studiums. Wie wichtig Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Völker und Kulturen, das Reisen und „über den Tellerrand hinausschauen“ ist, betonte auch Pfarrer Markus Leber. Offenheit und Toleranz, Neugierde und Lernbereitschaft seien maßgeblich für gelungene Integration verantwortlich. Schon im kleinsten Ort, wo Verbindendes geschaffen werden müsse, Gemeinsamkeiten aufrechterhalten und zelebriert werden sollten. Man dürfe sich die Frage nach Europa in einigen Jahren gar nicht mehr stellen, so Lothar Epe, Vorsitzender im Caritasrat. Europa müsse selbstverständlich vereint existieren.

Die Veranstaltung und die Diskussionen der Gäste machten deutlich, wie selbstverständlich Europa, offene Grenzen und ein Leben in Frieden und Freiheit in unserem Alltag geworden sind. Gerade deshalb ist trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse, die sich in und mit Europa auftun, wichtig, ein Zeichen für Europa zu setzen und sich für seine Bewahrung einsetzen. Jürgen Block, Mitglied der Geschäftsleitung des Caritasverbandes, brachte es im Hinblick auf die Wahl am 26. Mai mit einem Zitat von Pulse of Europe auf den Punkt: „Was immer du wählst, wähle Europa.“

Olpe, 13.05.2019
Anne Stachelscheid, Assistentin der Geschäftsführung

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