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Wii-Projekt: Senioren werden liebevoll angeleitet.Wii-Projekt: Senioren haben großen Spaß.
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Virtuelles Bowlen sorgt für Begeisterung

Caritas-Zentrum fördert Senioren mit moderner Technik / "Vorreiterstellung im Kreis"

„Strike!“ Johannes Schneider zeigte sich wieder treffsicher und hat alle Zehne abgeräumt. Auch Ulrike Hüpper platzierte die Kugel gut, gleichwohl ein Pin hartnäckig stehen blieb. – Wer jetzt denkt, diese Beschreibung stamme aus einem Bowling-Center, der irrt. Denn solche Momente sind in der jüngeren Vergangenheit immer häufiger im Wendener „Caritas-Zentrum“ zu sehen. Welcher Leser sich fragt, was die Wichtigkeit eines Bowling-Spiels in dem  Wendener Seniorenheim für einen Online-Artikel rechtfertigt, dem sei gesagt, dass nicht auf einer neu installierten Bowling-Bahn gespielt wird, sondern mithilfe einer Spielkonsole. - Von Michael Scheppe

Die moderne Technik, die sich bei Jugendlichen immer größerer Beliebtheit erfreut, und sicher auch für die junge Generation entwickelt wurde, trifft aber auch bei den Senioren im Wendener St. Josefsheim den Nerv der Zeit. „Die Spielkonsole hat für unsere Bewohner vielfältige positive Effekte“, weiß Diplom-Sozialarbeiterin Anne Böhler, Leiterin des Sozialen Dienstes, und beruft sich dabei auf diverse Studien.

Wesentliches Element sei das Training von kognitiven Fähigkeiten. Konzentrations- und Bewegungsfähigkeit würden stabilisiert und gefördert, erklärte Anne Böhler. Förderlich ist die Aktion für die Fitness der Bewohner und den Spaß in der Gemeinschaft. Am 11.11.2011 wurde das virtuelle Bowlen zum ersten Mal ausprobiert und sorgte bei den Senioren, die der modernen Technik vereinzelt etwas skeptisch gegenüberstanden, schlussendlich für sehr große Begeisterung. Seitdem wird an einem Wochenende im Monat regelmäßig an der „Wii“ gebowlt. Anne Böhler: „Für die Bewohner ist die moderne Technik ein großer Anreiz.“ Es sei begeisternd zuzuschauen, wie die Bewohner sich teilweise mit Forscherdrang und Ehrgeiz an die Technik wagen würden.

Durchschnittlich nehmen zehn bis 15 Bewohner teil. Dabei stehen die Senioren mit einigem Abstand zum Fernseher – dieser wurde vom Caritas-Zentrum eigens dafür angeschafft – und halten eine Art Fernbedienung, also die virtuelle Bowlingkugel, in der Hand. Die Bewegung wird von einem Infrarot-Empfänger eingefangen und auf den Bildschirm übertragen.

Der große Vorteil des virtuellen Spielens besteht darin, dass viele Bewohner, die eine schwere Bowling-Kugel nicht mehr tragen können, mit der 200 Gramm leichten Fernbedienung keine Probleme haben. Überdies seien viele  Bewohner mehrfachgehandicapt oder sitzen im Rollstuhl, erklärte Anne Böhler. Auch das ist mit der „Wii“ kein Hindernis, da auch im Sitzen gespielt werden kann. „Die ‚Wii’ vermittelt unseren immobilen Bewohner wieder ein Gefühl von Mobilität“, freut sich die Leiterin des Sozialen Dienstes. Auch die Bewohner, die früher in einem Kegelclub waren, können ihre alten Interessen wieder aufleben lassen.

„Das Projekt passt hervorragend in unser Betreuungskonzept“, so Zentrumsleiter Vinzenz Hohleweg, der vor einigen Monaten den Einfall zu diesem Projekt hatte. „Wir möchten eine möglichst vielfältige und ganzheitliche Betreuung unserer Bewohner, deren Interessen und Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen, anbieten“, ergänzt Anne Böhler. Durch das „Wii“-Projekt sei das Angebot bereichert worden.

Unterstützt wird das Projekt von Annemarie Sauermann, Vorsitzende des AWO-Jugendwerks und Simone Sauermann, Vorsitzende der Jungen Sozialen. Sie bedienen die Technik und leiten die Bewohner liebevoll an. Schon im Vorfeld der Aktion engagierten sich die Genannten ehrenamtlich im St. Josefsheim.

„Wir haben im Kreis mit dieser Aktion eine Vorreiterstellung“, betont Anne Böhler stolz. Aufgrund des Erfolgs soll das Projekt ausgebaut und mehrfach im Monat angeboten werden. Interessenten, die die Senioren anleiten möchten, können sich bei Anne Böhler, Telefon (0 27 62) 404-276 melden.