Welt-Down-Syndrom-Tag

Regina Prause ist eine von rund 50.000 Menschen in Deutschland mit dem Down-Syndrom. Sie wird von den Einrichtungen des Caritasverbandes beim Wohnen, in der Freizeit und im Berufsleben betreut. Die 52-Jährige gebürtige Bamenohlerin lebt im focus-Wohnhaus in Drolshagen und arbeitet in den Werthmann-Werkstätten in der Abteilung Attendorn. Sie hat einen Freund und freut sich jetzt schon wahnsinnig auf ihren Geburtstag im Juli. „Dann kommen immer ganz viele Gäste. Es gibt Geschenke und wir essen zusammen zu Abend.“

Der Geburtstag ist der uneingeschränkte Höhepunkt im Jahr. Dabei hat Regina Prause viel zu erzählen über ihr tägliches Leben. Wer sie in ihrer Wohnung im focus-Wohnhaus in Drolshagen besuchen kommt, muss erst einmal ihr Zimmer sehen. „Komm rein“! Freundlich heißt sie die Besucher willkommen. Es ist sehr ordentlich in ihrem Zimmer. „Ordnung ist ihr wichtig“, weiß ihre Bezugsbetreuerin Martina Wigger. An ihr hängt das Herz der 52-Jährigen. Sie strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie Martina Wigger sieht. „Drolshagen ist toll. Da will ich für immer bleiben.“

Morgens um 6 Uhr steht Regina Prause auf. „Ich werde immer pünktlich wach und das ohne Wecker“. Zwei Tassen Kaffee „aber nur mit Milch“, müssen sein, dann kann der Tag beginnen. Mit dem Fahrdienst geht es zur Arbeit nach Attendorn. „Meine Freunde Kevin und Anja fahren auch mit, und unser Busfahrer Helmut ist klasse.“

Anfangs waren die Küche und der Service das Reich von Regina Prause in den Werthmann-Werkstätten, Abteilung Attendorn. Seit einigen Jahren aber arbeitet sie in der mechanischen  Montage. Hier übernimmt sie Montage- und Verpackungstätigkeiten. Besonders gern verpackt sie Hahnverlängerungen aus dem Sanitärbereich zu 10 Stück in eine Tüte. Claudia Siebert, Gruppenleiterin ihrer Montagegruppe, schätzt sehr diesen ausgeprägten Sinn für Ordnung. „Bei ihr ist jede Verpackung gleich und korrekt. Sie holt sich ihr Material an ihren Arbeitsplatz und arbeitet dort gewissenhaft und zuverlässig.“

Ein fester Tagesablauf ist auch hier für Regina Prause unerlässlich. Dienstags nimmt Frau Prause an dem Kursangebot der Werthmann-Werkstätten „Reha-Sport“ in der Mehrzweckhalle in Neu-Listernohl teil, was ihr neben der Arbeit Freude und Spaß macht.

Doch die tägliche Arbeit, die ihr Anerkennung und Teilhabe gibt, ist nicht alles. „Wenn ich mit dem Bus nach Feierabend nach Hause ins Wohnhaus komme, dann gibt es auch erst mal eine Tasse Kaffee.“ Danach steht wie bei allen Berufstätigen die Hausarbeit an. „Ich räume besonders gern die Spülmaschine aus und sortiere die Wäsche ein“, lacht sie. Fürs Malen - „Rot ist meine Lieblingsfarbe“ -, Rechnen, aber auch für Gesellschaftsspiele ist sie immer zu haben. „Nur Fernsehen schaue ich nicht oft. Das interessiert mich nicht.“

Donnerstags geht Regina Prause eigenständig im benachbarten Supermarkt einkaufen. „Dann kaufe ich Salat.“ Einmal hat sie auch wie ihr Freund Windbeutel gekauft. „Die waren zwar lecker, aber in der nächsten Woche habe ich wieder Salat gekauft.“ Schach spielen kann sie auch, allerdings fehlt es an Gegnern. „Ich war mal im örtlichen Schachclub, aber die treffen sich zu spät am Abend.“

Ausflüge dürfen im Leben von Regina Prause nicht fehlen. „Wir waren in Köln und ich habe alle 553 Stufen bis zur Domspitze erklommen. Anschließendes Shoppen gehörte auch dazu!“

Manchmal besucht sie auch ihre Familie. Ihr Bruder bringt sich aktiv im Angehörigenbeirat der Werthmann-Werkstätten ein. „Aber ich möchte immer im Wohnhaus in Drolshagen bleiben“, stellt sie klar. Möglich ist dieses auch über das Berufsleben hinaus. „Dann kann ich da noch ganz viele Geburtstage feiern. Geburtstage feiern ist das Schönste im Jahr.“

Weitere Infos über den Caritasverband Olpe unter www.caritas-olpe.de

Zurück


Zurück